Wie bereits hier, hier und hier beschrieben, versuchen immer wieder miese Abzocker und Betrüger, sich einen seriösen Anstrich zu geben, indem sie sich als real existierende Anwälte oder Behörden ausgeben und ihre Opfer telefonisch unter Druck setzen.
Hierbei gehen sie durchaus nicht selten technisch und formell halbwegs versiert vor. Heute Morgen hörte ich im Radio eine Warnung, dass immer wieder harmlose Bürger von angeblich dem Amtsgericht Euskirchen oder Bonn angerufen werden mit dem Hinweis, es liege ein Kontopfändungsantrag vor und man müsse jetzt dich bitte gerade einmal die Kontodaten haben (siehe auch hier ). Hierbei erscheint im Display des Telefons sogar tatsächlich die Nummer der entsprechenden Gerichte (wie immer die das hinkriegen).
Die von mir sehr geschätzte Bonner Kollegin Linda Schwarzer ist ebenfalls mittlerweile Opfer dieser Abzocker geworden, indem ihre Daten missbraucht werden. Das ist ja nun auch nicht das erste Mal, dass Anwälte hierfür missbraucht werden ohne Rücksicht darauf, dass das natürlich dem Ruf des betroffenen Anwalts nicht gerade zuträglich ist und man einen so auch letztendlich komplett ruinieren kann. Ich kann von der Kollegin Schwarzer durchaus sagen, dass sie eine seriöse Anwältin und vor allem eine sehr versierte Familienrechtlerin ist, mit Inkasso also regelmäßig ohnehin schon nichts zu tun hat!
Geben Sie bitte auf derartige telefonische Anwürfe niemals, aber auch absolut niemals irgendwelche Daten raus. Am besten legen Sie einfach auf, notieren sich den Vorfall mit Datum, Uhrzeit und angeblichem Anrufer (und wenn möglich, die verwendete Telefonnummer) und informieren die Staatsanwaltschaft sowie den betroffenen Kollegen. Anwälte, die für so was missbraucht werden, wissen das in der Regel schließlich als allerletzte.
Behörden und Gerichte rufen niemals an, um irgendwelche Kontodaten abzufragen. Schon gar nicht, wenn angeblich eine Kontopfändung vorliegt – in diesem Fall ist dem Vollstreckungsgläubiger die Bankverbindung nämlich schon lange bekannt, sonst könnte er überhaupt keine Pfändung beantragen. Der Vollstreckungsschuldner kriegt das dann ganz regulär auf dem Postweg mitgeteilt. Seriöse Anwälte rufen auch nicht an, selbst wenn sie im Inkassogeschäft tätig sind. Auch hier wird man regelmäßig erst einmal angeschrieben. Erst, wenn man diverse Schreiben ignoriert hat, kann es schon einmal sein, dass dann auch ein Anruf erfolgt. Aber überraschend kann dieser niemals kommen.
Und noch etwas: seriöse Anwälte betreiben keine Gewinnspiele und verteilen auch keine Gewinne aus Spielen, an denen man nie teilgenommen hat!

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